Über die Arbeit des Medizinischen Dienstes Sachsen

Die Leistungen der gesetzlichen Kankenversicherung und der sozialen Pflegversicherung müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Mit dem medizinischen und pflegerischen Wissen des Medizinischen Dienstes Sachsen stellen die Kranken- und Pflegekassen dies sicher.

Der Medizinische Dienst hat die Aufgabe, Interessenwahrer der Solidargemeinschaft im System der gesetzlichen Krankenversicherung zu sein.

Das bedeutet im Einzelnen:

  • den Anspruch jeder/s Versicherten auf ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche medizinische Versorgung nach dem Maß des Notwendigen zu wahren

  • sozialmedizinischen Sachverstand bei der aktiven Mitgestaltung des Gesundheitswesens einzubringen

  • von Leistungsanbietern unabhängige und neutrale Beratung und Begutachtung vorzunehmen

  • als sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der sächsischen Kranken- und Pflegekassen zu wirken
    • bei der Begutachtung im Einzelfall 
    • bei der Beratung der Kranken- und Pflegekassen in Grundsatzfragen

  • auf Landesebene als eigenständige, von den Krankenkassen gemeinsam getragene Arbeitsgemeinschaft zu wirken.

Medizinischer Dienst Sachsen - Wir übernehmen Verantwortung

Als Mitglied der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste beraten und begutachten wir bundesweit effizient und nach einheitlichen Maßstäben auf der Basis hoher fachlicher Kompetenz im Interesse der Versicherten im Sozialsystem.


Kompetenz

  • Wir arbeiten auf der Basis bundeseinheitlicher Wissensstandards.
  • Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich aktiv in die Arbeit der Kompetenz-Centren und Sozialmedizinischen Expertengruppen der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste ein.
  • Der Medizinische Dienst ist regional aufgestellt und bundesweit vernetzt.
  • Unsere Mitarbeiter halten ihr Fachwissen selbstbewusst up-to-date und arbeiten eigenverantwortlich.
  • Der Medizinische Dienst Sachsen stellt für übergreifende Themen Expertinnen und Experten zur Verfügung.

Leistungen

  • Qualität und Einheitlichkeit der sozialmedizinischen Beratung bundesweit stehen für uns im Focus des Handelns.
  • Unsere Begutachtungs- und Beratungsleistungen werden stets an den aktuellen gesetzlichen Vorgaben orientiert.
  • Wir erbringen unsere Leistungen wirtschaftlich.
  • Wir sehen uns als kompetente Berater der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen mit Verantwortung für eine optimale Versorgung der Versicherten.

Prozesse

  • Wir setzen für die Aufgabenerledigung innovative und motivierende Lösungen ein.
  • Die Prozesse der Leistungserbringung sind für unsere Mitarbeiter und die Träger transparent.
  • Beratungsleistungen werden von den Mitarbeitern des Medizinischen Dienstes Sachsen gewissenhaft und effizient erbracht.
  • Qualitätsmanagement- und Controlling-Instrumente garantieren für eine nachvollziehbare und wirksame Selbstkontrolle.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • Die Mitarbeiter sind der Erfolgsgarant des Medizinischen Dienstes Sachsen.
  • Wir fordern und fördern eine der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung dienenden Wertekultur.
  • Das Zertifikat "berufundfamilie" gibt den Rahmen für ein optimales zeitgemäßes Arbeitsumfeld vor.
  • Wir tragen Begeisterung und ein ausgeprägtes Selbstverständnis als Dienstleister nach außen.
  • Die Gutachter erbringen ihre Leistungen unabhängig und im Bewusstsein der Verantwortung für eine gerechte Versorgung im Sozialsystem.

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch: Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V)

Aufgaben

  • § 275 Begutachtung und Beratung
  • § 275a Durchführung und Umfang von Qualitätskontrollen in Krankenhäusern durch den Medizinischen Dienst
  • § 275b Durchführung und Umfang von Qualitäts- und Abrechnungsprüfungen bei Leistungen der häuslichen Krankenpflege und außerklinischen Intensivpflege durch den Medizinischen Dienst und Verordnungsermächtigung
  • § 275c Durchführung und Umfang von Prüfungen bei Krankenhausbehandlung durch den Medizinischen Dienst
  • § 275d Prüfung von Strukturmerkmalen

Organisation

  • § 278 Medizinischer Dienst
  • § 279 Verwaltungsrat und Vorstand
  • § 280 Finanzierung, Haushalt, Aufsicht

Sozialgesetzbuch (SGB) Elftes Buch: Soziale Pflegeversicherung (SGB XI)

Begutachtung von Pflegebedürftigkeit einschl. der Feststellung einer eingeschränkten Alltagskompetenz

  • § 15 Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit, Begutachtungsinstrument
  • § 18 Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit
  • § 18a Weiterleitung der Rehabilitationsempfehlung, Berichtspflichten
  • § 18b Dienstleistungsorientierung im Begutachtungsverfahren
  • § 40 Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Qualitätssicherung, Sonstige Reglungen zum Schutz der Pflegebedürftigen

  • § 112 Qualitätsverantwortung
  • § 112a Übergangsregelung zur Qualitätssicherung bei Betreuungsdiensten
  • § 113 Maßstäbe und Grundsätze zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität
  • § 113a Expertenstandards zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege
  • § 113b Qualitätsausschuss
  • § 113c Personalbemessung in Pflegeeinrichtungen
  • § 114 Qualitätsprüfungen
  • § 114a Durchführung der Qualitätsprüfung
  • § 114b Erhebung und Übermittlung von indikatorenbezogenen Daten zur vergleichenden Messung und Darstellung von Ergebnisqualität in vollstationären Pflegeeinrichtungen
  • § 114c Richtlinien zur Verlängerung des Prüfrhythmus in vollstationären Einrichtungen bei guter Qualität und zur Veranlassung unangemeldeter Prüfungen; Berichtspflicht
  • § 115 Ergebnisse von Qualitätsprüfungen, Qualitätsdarstellung, Vergütungskürzung
  • § 115a Übergangsregelung für Pflege-Transparenzvereinbarungen und Qualitätsprüfungs-Richtlinien
  • § 117 Zusammenarbeit mit den nach heimrechtlichen Vorschriften zuständigen Aufsichtsbehörden

In der Regel gibt es in jedem Bundesland einen Medizinischen Dienst. In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei Dienste.

Berlin und Brandenburg haben einen gemeinsamen Medizinischen Dienst. Für Hamburg und Schleswig-Holstein ist der Medizinische Dienst Nord verantwortlich.

Die ersten Medizinischen Dienste gibt es in der jetzigen Form seit 1989, den Medizinischen Dienst Sachsen seit 1991. Träger sind die Landesverbände der Krankenkassen und Pflegekassen. Sie finanzieren den Dienst jeweils zur Hälfte. Für die rechtliche Aufsicht sind die Sozialministerien der Bundesländer zuständig.

Die 15 Medizinischen Dienste und der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) bilden eine Gemeinschaft. Sie arbeiten eng zusammen. Der MDS koordiniert und fördert die bundesweite Zusammenarbeit. Dabei geht es zum Beispiel um bundesweit einheitliche Kriterien für die Begutachtung.

Gemeinsame Arbeitsgruppen wie die Sozialmedizinischen Expertengruppen kümmern sich um neue Entwicklungen in Medizin und Pflege. Dadurch sind die Gutachtenden der Medizinischen Dienste immer auf einem aktuellen Stand.

Für einige sozialmedizinische Themen hat die Gemeinschaft Sachverstand gebündelt. So gibt es Kompetenz-Centren für Altersmedizin (Geriatrie), für Krebsmedizin (Onkologie), für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Fragen zur Qualitätssicherung und zum Qualitätsmanagement.

Erfahrung und Wissen stellt der Medizinische Dienst auch der Gesundheitspolitik in Bund und Ländern zur Verfügung. Er gibt damit immer wieder Impulse für eine gute, wirksame und wirtschaftliche medizinische Betreuung und Pflege.